1995 feierte Flemming Povlsen die Deutsche Meisterschaft mit Borussia Dortmund. Es war zugleich ein tränenreicher Abschied des Sportinvaliden. Im Interview erklärt der Däne, wie er die Zeit damals erlebte, wie Dänemark trotz Big Macs Europameister wurde und warum der BVB vor einer goldenen Zukunft steht.

Flemming Povlsen: „Wir hätten unser Gesicht verlieren können“

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Flemming Povlsen, essen Sie lieber Curry Wurst oder Hot Dogs?

Flemming Povlsen: Ich würde mich immer für die Curry Wurst entscheiden.

Eine Liebe aus Dortmund?

Flemming Povlsen: Wenn ich heute in Deutschland unterwegs bin, esse ich immer eine Curry Wurst. Das hängt natürlich mit meiner Zeit beim BVB zusammen.

Es war die erfolgreichste Phase Ihrer Karriere. Sie wurden 1995 Deutscher Meister und gewannen 1992 mit Dänemark die Europameisterschaft. Es hält sich das Gerücht, dass die Ernährung bei diesem Turnier auch nicht immer optimal war.

Flemming Povlsen: Stimmt, wir waren auch mal bei McDonalds essen. Das haben wir aber nicht ständig gemacht. Es lief fantastisch für uns, da ist so etwas auch mal drin. Unser Trainer Richard Möller-Nielsen wusste, dass wir außerhalb des Platzes ruhig etwas lockerer auftreten konnten. Entscheidend war: Im Spiel brachten wir immer unsere Leistung.

Sie konnten auch locker auftreten. Niemand erwartete viel von der dänischen Mannschaft.

Flemming Povlsen: Darin lag auch eine Gefahr. Alle sagten uns, dass wir nichts zu verlieren hätten. Das stimmte aber nicht.

Was stand auf dem Spiel?

Flemming Povlsen: Wir hätten unser Gesicht verlieren können. Das ist das Schlimmste, was im Fußball passieren kann.

Sie mussten 1995 Ihre Karriere beenden. Danach erlebte der BVB seine Glanzzeit und gewann sogar die Champions League. Wie erlebten Sie diese Zeit?

Flemming Povlsen: Ich wurde 1997 zum Champions League Finale nach München eingeladen und bin nicht hingefahren. Es war zu nah an meiner eigenen Karriere.

Es fehlte der Abstand?

Flemming Povlsen: Natürlich. Ich musste zwei Jahre vorher meine Karriere verletzungsbedingt beenden. Das Spiel in München hätte mein Finale sein können. Im Nachhinein wäre ich gern dabei gewesen. Damals ging es aber noch nicht.

Sie mussten mit 28 Jahren Ihre Karriere beenden.

Flemming Povlsen: In dem Alter seinen Traum aufzugeben ist nicht einfach. Als Fußballer macht man sich Gedanken um die nächsten Spiele. Mittwoch und Samstag, das ist der Rhythmus. Auf einmal hatte ich sehr viel Zeit. Das zog mich runter. Es dauerte ein paar Jahre, bis ich mich wieder gefunden hatte.