Borussia Mönchengladbach schaffte in einem echten Endspurt den Klassenerhalt. Ein Gewinner ging in diesem Endspurt unter: Roman Neustädter. Nach einem verkorksten Jahr wurde er unter Trainer Lucien Favre zum Stammspieler. Ein Gespräch über Unannehmlichkeiten der Vorbereitung, die Schüchternheit eines Jungprofis und die Angst vor dem Abstieg.

Roman Neustädter

Foto: imago

Roman Neustädter, wie sehr nervt Lucien Favre?

Roman Neustädter: Sie meinen in der Vorbereitung? Er verlangt von uns Spielern zielstrebig zu arbeiten und achtet auf das kleinste Detail. Es ist also ein Nerven im positiven Sinne.

Muss ein Trainer in dieser Phase immer unangenehm sein?

Roman Neustädter: In der Vorbereitung legen wir die taktischen und konditionellen Grundlagen für die neue Saison. Das macht nicht immer Spaß. Ich bin Fußballer und mache am liebsten alles mit dem Ball. Dummerweise kann man aber nur Spielen, wenn man auch Laufen kann. Und das fördert der Trainer.

Und wenn es zu viel wird, wie zeigen Sie Ihren Unmut?

Roman Neustädter: Ich sage es ganz klar: Lucien Favre nervt nicht. Es klingt abgedroschen, aber das Training macht wirklich Spaß. Wir haben eine gute Stimmung im Team, selbst bei den Läufen.

Schöne, heile Welt bei Borussia Mönchengladbach.

Roman Neustädter: Naja, ehrlich gesagt steigt die Freude, wenn wir die Läufe hinter uns haben.

Wie sieht Ihre Alltag in der Vorbereitung aus?

Roman Neustädter: Wir haben zwei Trainingseinheiten am Tag. Die erste ist morgens um zehn. Danach essen wir alle gemeinsam. In die Mittagszeit fallen auch Besprechungen mit der Mannschaft oder Pressetermine. Bis halb vier ruhen wir uns aus und starten dann mit der zweiten Einheit. Es gibt aber auch Sondertermine.

Nämlich?

Roman Neustädter: Beispielsweise die Dopingbelehrung. Das ist bei jedem Verein ein Pflichttermin. Hier lernt jeder Spieler, was er einnehmen darf und was verboten ist. Es kann ja passieren, dass man krank wird und sich ein Medikament aus der Apotheke holen muss. Wir müssen immer wissen, ob dieses Präparat auf der Dopingliste steht.

Im zweiten Teil spricht Roman Neustädter über seine schwierige Anfangszeit bei Borussia Mönchengladbach.