Lars Stindl

Foto: jan deckner

Denken Sie denn über eine sportgerechte Lebensführung nach?

Lars Stindl: Zugegeben achte ich nicht von montags bis sonntags die ganze Zeit auf meine Ernährung. Vor den Spielen esse ich aber natürlich gesünder. Trotzdem bin ich der Meinung, dass ich auch mal mit meinen Kumpels eine Pizza oder einen Burger essen darf. Glücklicherweise verträgt mein Körper diese Ernährung ganz gut. Ich kenne aber auch meine Grenzen und kann mich immer profihaft verhalten, wenn es von mir verlangt und erwartet wird.

Müssen Sie ständig ermahnt werden?

Lars Stindl: Natürlich weist uns unser Trainer und die Betreuer darauf hin. Letztendlich bin ich aber der Meinung, dass jeder Profi seinen eigenen Weg finden muss. Dabei geht es um Vertrauen in die Spieler.

Vertrauen Sie Ihrem Trainer Mirko Slomka?

Lars Stindl: Natürlich, anders würde es nicht funktionieren. Unser Trainer bereitet uns auf jeden Gegner hervorragend vor und wir vertrauen ihm und seiner Taktik. Ich persönlich durfte im Jahr 2011 fast alle Spiele bestreiten. Das tut mir natürlich gut und zeigt mir, dass der Trainer auch an mich glaubt.

Wie könnte dieses Verhältnis erschüttert werden?

Lars Stindl: Das kann ich schwierig beantworten. Die Zeit, in der 96 fast abgestiegen wäre, habe ich nicht miterlebt. In Hannover hatte ich bisher eine sehr gute Phase. Der Verein ist sehr erfolgreich. Wenn es gut läuft, ist es einfach auch zu vertrauen. Unstimmigkeiten können mit Siegen leichter weggewischt werden.

Wie steht es mit dem Vertrauen in die eigene Stärke? Gerade in Ihrer Anfangszeit bei Hannover 96 hatte man das Gefühl, dass ein wenig der Glaube an die eigenen Fähigkeiten fehlt.

Lars Stindl: Es war für mich auch schwierig mein gewohntes Umfeld zu verlassen. Ich zog allein aus in die große, weite Welt. Meine Freundin zog erst später nach. Damit wurde es besser. Ich kam auch immer besser mit den Jungs aus der Mannschaft klar und mittlerweile fühle ich mich wohl. Das stärkt natürlich auch das eigene Selbstvertrauen.

Das Umfeld ist also entscheidend für das Selbstvertrauen?

Lars Stindl: Nicht nur. Am einfachsten stärkt man sich durch Erfolgserlebnisse. Und die stellten sich bei der Mannschaft und in meinem Spiel glücklicherweise ein.

Ein User schrieb in einem 96-Forum im November 2010 über Sie: „Man kann richtig sehen, wie der sich krampfhaft rein beißen will. Wirkt halt noch vieles sehr unglücklich.“ Hatte er Recht?

Lars Stindl: Anfangs kam ich immer von der Bank. Diese Spiele waren sehr gut. Stand ich aber in der Startelf, war das anders. Gegen Bayern München oder den FC St. Pauli habe ich alles andere als eine glückliche Figur abgegeben. Mein Spiel war von unglücklichen Aktionen und vielen Fehlpässen durchzogen. Ich kann das Zitat also durchaus nachvollziehen.

Was heute hauptsächlich kritisiert wird, ist die „Torungefahr“. Ist da was dran?

Lars Stindl: Statistisch gesehen ist das richtig. Der Trainer lobt meinen Torabschluss im Training. Im Spiel dürfte aber etwas mehr kommen. Ich muss kaltschnäuziger und effektiver werden.

Und einen besseren Fernsehgeschmack entwickeln.

Lars Stindl: Warum?

Auf Facebook nennen Sie „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ oder auch „Big Brother“ zu Ihren Lieblingssendungen.

Lars Stindl: Das kann ich erklären. „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ ist die einzige Soap, die ich kenne. Deshalb steht sie dort. Und „Big Brother“ gucke ich zum Wohl zur Wohngemeinschaft mit meiner Freundin.