Auf einen Bankplatz beim Deutschen Meister hatte Markus Feulner keine Lust mehr. Nach den Stationen FC Bayern München, 1. FC Köln, Mainz 05 und eben Borussia Dortmund, ist der Mittelfeldspieler nun beim 1. FC Nürnberg angekommen. Ein Gespräch über die Spielphilosophie des Clubs, Selbstzweifel beim BVB und die Ziele der Franken.

Markus Feulner

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Markus Feulner, wie oft wurde der Club deutscher Meister?

Markus Feulner: Ich bin mir nicht sicher, ob man das so fragen kann. Seit der Einführung der Bundesliga einmal, insgesamt allerdings neunmal.

Respekt. Mit einer solch differenzierten Antwort muss man im Gespräch mit einem Neu-Nürnberger nicht unbedingt rechnen. Lernen Sie die Daten des Vereins vor einem Wechsel auswendig?

Markus Feulner: Hauptsächlich setzte ich mich mit den Personen auseinander, mit denen ich zusammen arbeite, also dem Trainer Dieter Hecking und dem Manager Martin Bader. Trotzdem möchte ich auch immer die Philosophie des Vereins kennen lernen.

Mit welcher konnte Sie der Trainer überzeugen?

Markus Feulner: Seine Spielphilosophie hat einen defensiven Ansatz, das heißt von dort aus soll schnell nach vorne gespielt werden. Das passt zu meinem Spiel: Über die Zweikämpfe ins Spiel kommen, schnell umzuschalten und auch in die Spitze vorzustoßen. Dieses System kommt mir sehr entgegen.

In einem Forum schrieb ein Fan zu Ihrem Engagement beim 1. FC Nürnberg: „Der wird sicherlich alles geben, damit er beweisen kann, dass er kein typischer 2. Liga-Spieler ist.“ Hat er recht?

Markus Feulner: Das sehe ich anders. Ich habe in Köln und auch mit Mainz schon in der Bundesliga gespielt und meine Klasse bewiesen.

Haben Sie Angst vor diesem Etikett?

Markus Feulner: Mit solchen Dingen beschäftige ich mich gar nicht. Es klingt etwas flapsig, aber ich kenne meine Qualitäten.

Vor Ihrer Zeit beim BVB waren Sie in Mainz in der zweiten Liga extrem erfolgreich. Sie galten perspektivisch sogar als ein Kandidat für die WM 2010. War der Wechsel zum BVB rückblickend ein Fehler und Rückschritt?

Markus Feulner: Nein, damals empfand ich den Wechsel als richtig und habe dort eine neue Herausforderung gesucht. Ich beschäftige mich nicht mit der Frage „Was wäre wenn?“. Ich hatte eine gute Zeit beim BVB und bin mit dieser Mannschaft Deutscher Meister geworden. Trotzdem wollte ich natürlich mehr spielen und bin deshalb jetzt in Nürnberg.

Gab es in Dortmund Selbstzweifel am eigenen Können?

Markus Feulner: Nein, ich wusste ja, was ich kann. Ich habe nicht schlecht trainiert. Das hat mir auch Jürgen Klopp immer wieder bestätigt. Man darf nicht vergessen, dass ich mich in meiner ersten Saison am Syndesmoseband verletzte. Als ich wieder fit wurde und angreifen wollte, hat die Mannschaft funktioniert. Da gibt es für einen Trainer keinen Grund zu wechseln.

Im zweiten Teil spricht Markus Feulner über die Selbstmotivation beim BVB und die Ziele und Erwartungen das 1. FC Nürnberg.