Wolfgang „Teddy“ de Beer macht einen guten Job. Der Torwarttrainer und ehemalige Schlussmann des BVB ist maßgeblich für die gute Entwicklung seines Schützlings Roman Weidenfeller verantwortlich. Ein Gespräch über ungewöhnliche Trainingsmethoden, die Schwächen seines Torhüters und Fernsehkisten auf dem Spielfeld.

Teddy de Beer

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Wolfgang de Beer, mussten Sie bei einigen Spielern schon einmal Laminat verlegen? Schließlich sind Sie gelernter Schreiner.

Wolfgang de Beer: Bisher hat mich niemand darum gebeten. Der BVB und die Spieler schätzen mich eher als Torwarttrainer.

Gibt es Dinge, die Sie in der Zeit als Schreiner gelernt haben und die Ihnen als Fußballprofi weitergeholfen haben?

Wolfgang de Beer: Ich habe einen normalen Arbeitsalltag erlebt und beispielsweise einen Acht-Stunden-Tag gehabt. Da lernt man das Leben eines Fußballprofis ganz anders zu schätzen. Morgens muss man zwei Stunden trainieren und nachmittags nochmals zwei – das ist privilegiert. Der Beruf des Fußballers ist nicht umsonst so populär.

Sie sind froh nicht mehr als Schreiner zu arbeiten?

Wolfgang de Beer: Es ist ein schöner Beruf, den ich sehr gerne ausgeübt habe. Letztlich habe ich mich aber für den Fußball entschieden.

Sie haben als Torwarttrainer aber immer noch eine Verbindung zu Ihrer alten Arbeit.

Wolfgang de Beer: Stimmt. Ich arbeite seit acht Jahren mit Roman Weidenfeller zusammen. Da muss das Training abwechslungsreich gestaltet sein. Also habe ich in der letzten Saison ein paar neue Elemente integriert.

Was haben Sie gemacht?

Wolfgang de Beer: Ich habe Dinge gebaut, um das Training zu verbessern, beispielsweise eine Schussrampe. Der Ball wird dadurch abgefälscht und ist für den Torwart schwerer zu berechnen. Wir können so im Training konkrete Spielsituationen simulieren. Außerdem habe ich eine Kiste gefertigt, eine Art Prallwand. Die Torhüter haben die Kiste vor sich, ich stehe hinter ihnen und schieße. So bekommen sie den Ball aus kürzester Distanz ab ohne ihn lange zu sehen. Das schult enorm das Reaktionsvermögen.

Was versprechen Sie sich von dieser Trainingsmethode?

Wolfgang de Beer: Das Training ist näher an die Spielsituationen angelehnt. Der Ball kann nach oben oder unten abprallen und der Torwart muss blitzschnell reagieren. Das ist eine ähnliche Situation, wie im Strafraum. Aus dem Gewühl kann auch mal schnell ein Ball aufs Tor kommen, den man nicht lange vorher sieht.

Wie reagierte Jürgen Klopp, als er zum ersten Mal diese Kisten sah?

Wolfgang de Beer: Als ich das Ding auf den Platz schob, dachte er erst, es sei ein Fernsehschrank und amüsierte sich köstlich. Als er aber gesehen hat, wie die Kiste zum Einsatz kommt, war er begeistert. Mittlerweile ist die Methode ein ganz normaler Teil meiner Arbeit.

Auf der nächsten Seite spricht Wolfgang de Beer über die Schwächen von Roman Weidenfeller und die neue Generation an Torhütern.