Florian Fromlowitz wurde in der vergangenen Saison in Hannover aussortiert. Ihn zog es ins Ruhrgebiet zum MSV Duisburg. Er wollte endlich wieder spielen – auch in der Zweiten Liga. Sein letztes Spiel bestritt der Torhüter allerdings am 14. Spieltag. Seitdem hütet er die Bank. Ein Gespräch übers Kämpfen, die Hoffnung und die Erkenntnis, dass Fußball nicht alles ist.

Florian Fromlowitz

Foto: imago

Florian Fromlowitz, sind Sie ein guter Tänzer?

Florian Fromlowitz: Das überlasse ich anderen. Nach einem guten Spiel und einem Sieg hüpfe ich manchmal vor den Fans. Ich weiß allerdings nicht, ob man das als Tanzen bezeichnen kann. Wieso fragen Sie?

Man sagt, dass Tanzen entspannend in Stresssituationen wirkt. Sie drücken aktuell bei einem Zweitligisten die Bank, obwohl ihr Anspruch ein Stammplatz in der Bundesliga ist. Sie müssten demnach ziemlich häufig das Tanzbein schwingen.

Florian Fromlowitz: (lacht) Ich habe andere Möglichkeiten mich zu entspannen. Ich habe eine tolle Frau und bin privat sehr glücklich. In diesem Bereich schalte ich ab und finde den nötigen Ausgleich. Ich habe in der Vergangenheit gelernt, dass der Beruf nicht alles ist.

Woher kommt diese Erkenntnis?

Florian Fromlowitz: Ich bin älter geworden. Seit ich verheiratet bin, ist mein Leben auch wesentlich ruhiger geworden. Das merke ich speziell in solchen Situationen. Nicht zuletzt hat mich natürlich auch meine Zeit in Hannover und der Tod von Robert Enke sehr geprägt. Sportliche Niederlagen hänge ich nicht mehr zu hoch. Wer einen Freund und Kollegen verloren hat, kann das nachvollziehen. Ich bin reifer geworden.

Ihre Situation beim MSV ist nicht ganz einfach. Am 15. Spieltag teilte Ihnen Ihr Trainer Oliver Reck mit, dass er im Spiel gegen Eintracht Braunschweig auf Felix Wiedwald im Tor setzen würde. Sie sagten daraufhin, dass Sie sich mental nicht in der Lage fühlen, dem Spiel von der Bank aus beizuwohnen. Wo lag das Problem?

Florian Fromlowitz: Für mich war die Entscheidung sehr hart und auch unverständlich. Es kam sehr unerwartet für mich und ich sah viele Parallelen zu meiner Degradierung in Hannover. Es mag von außen betrachtet eigenartig sein, aber an diesem Tag fühlte ich mich nicht bereit auf der Bank Platz zu nehmen.

Fans warfen Ihnen Eitelkeit und fehlende Professionalität vor. Können Sie das nachvollziehen?

Florian Fromlowitz: Absolut nicht. Ich bin auch nur ein Mensch und was wirklich in mir vorging, können diese Kritiker nicht wissen. Leider ist es aber normal geworden, dass viele Leute zu vielen Dingen ihre Meinung äußern müssen. Ich habe meine Professionalität in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen und gerade in Hannover gezeigt, dass ich mit schwierigen Situationen umgehen kann. Aus meiner Sicht ist diese Art von Kritik völlig unverständlich.

Wie sehr stört eine solche Beurteilung von außen?

Florian Fromlowitz: Gar nicht, weil ich mich nicht damit beschäftige. Ich habe mich entschuldigt, die Sache mit dem Verein geklärt und buchstäblich für mein Verhalten gezahlt.

Eine interne Strafe von 10.000 Euro. Ein hohes Bußgeld. Haben Sie trotzdem Angst vor einem Imageschaden?

Florian Fromlowitz: Nein, die Verantwortlichen im Verein wissen, dass ich ein umgänglicher Spieler bin. Ich bin bisher aus jeder unangenehmen Situation gestärkt heraus gekommen und glauben Sie mir, dass es in meinem Profileben schon schwierigere Situationen gab. Auch diese Phase werde ich überstehen.

Im zweiten Teil des Interviews spricht Florian Fromlowitz über seine Zukunft beim MSV Duisburg und den Rückschritt in die Zweite Liga.